{"id":1040,"date":"2018-02-02T20:31:10","date_gmt":"2018-02-02T20:31:10","guid":{"rendered":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=1040"},"modified":"2018-02-02T20:32:30","modified_gmt":"2018-02-02T20:32:30","slug":"atomsicherheit-und-atomausstieg-im-koalitionsvertrag-verankern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=1040","title":{"rendered":"Atomsicherheit und Atomausstieg im Koalitionsvertrag verankern"},"content":{"rendered":"<h6>&#8222;Neue Erkenntisse \u00fcber AKW Tihange erfordern sofortiges Handeln!&#8220;<\/h6>\n<h6>Dienstag, 16 Uhr Mahnwache vor Laschets Amtssitz!<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Der Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz (BBU), die atomkritische \u00c4rztevereinigung IPPNW, der Naturschutzbund (NABU) NRW sowie mehrere regionale Anti-Atomkraft- und Anti-Braunkohle-Initiativen fordern angesichts der neuen Erkenntnisse \u00fcber den Reaktorblock 1 des Atomkraftwerkes Tihange von der belgischen Regierung, die Pannenreaktoren sofort stillzulegen. Eine entsprechende Initiative sowie die Stilllegung der deutschen Uranbrennstoff-Zulieferbetriebe in Gronau und Lingen m\u00fcssen aber auch im neuen Groko-Koalitionsvertrag verankert werden. <strong>F\u00fcr den kommenden Dienstag, 6. Februar, rufen die Initiativen und Verb\u00e4nde zu einer Protestaktion vor der D\u00fcsseldorfer Staatskanzlei am Horionplatz auf, um Ministerpr\u00e4sident Armin Laschet (CDU) zum Handeln zu bewegen.<\/strong><\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Nach Informationen der Verb\u00e4nde wurde zwar nach scharfer Kritik am Sondierungspapier vom 12. Januar ein Kapitel zu \u201eAtompolitik\u201c im Entwurf des Koalitionsvertrages von Union und SPD aufgenommen. Dessen aktueller Stand ber\u00fccksichtige die dr\u00e4ngenden Probleme aber v\u00f6llig unzureichend. Die AtomkraftgegnerInnen vermissen nach wie vor ein klares Bekenntnis der k\u00fcnftigen Bundesregierung, die Urananreicherungsanlage in Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen endlich stillzulegen oder zumindest die Pannenreaktoren Tihange und Doel in Belgien nicht mehr von dort zu beliefern. Die Verb\u00e4nde wiesen nochmals darauf hin, dass inzwischen zwei Gutachten des Bundesumweltministeriums belegen, dass eine Stilllegung der beiden Anlagen rechtssicher m\u00f6glich sei.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Besonders alarmiert sind die Verb\u00e4nde und Initiativen \u00fcber Informationen aus Berlin, wonach eine Vereinbarung, dass sich die k\u00fcnftige Bundesregierung in Br\u00fcssel f\u00fcr eine \u00c4nderung des Euratom-Vertrages und insbesondere f\u00fcr Mitspracherechte beim Sicherheitsrisiko durch den\u00a0alternden Bestand von AKW in den Nachbarl\u00e4ndern einsetzen wolle, offenbar noch strittig ist.<\/span><\/p>\n<p>V<span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">or dem Hintergrund der aktuellen Erkenntnisse \u00fcber Tihange 1 erwarten die Verb\u00e4nde von Union und SPD ein klares Bekenntnis ohne Wenn und Aber, dass sich die kommende Bundesregierung auf EU-Ebene f\u00fcr verpflichtende Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen bei geplanten AKW-Laufzeitverl\u00e4ngerungen einsetzt.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Belgien hat bereits 2016 die Laufzeit von Tihange 1, die eigentlich nach 40 Jahren 2015 enden sollte, auf 50 Jahre bis 2025 erh\u00f6ht; derzeit favorisieren Betreiber und die belgische Mehrheitspartei NVA eine weitere Laufzeitverl\u00e4ngerung auf 60 Jahre bis 2035. Die Laufzeiten der anderen Bl\u00f6cke sollen auch verl\u00e4ngert werden, allen Bedenken von Sicherheitsexperten zum Trotz. <\/span><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Die belgische Atomaufsicht zeigt sich von Protesten aus den Nachbarl\u00e4ndern v\u00f6llig unbeeindruckt. Deshalb sind grenz\u00fcberschreitende UVPs bei einer Laufzeitverl\u00e4ngerung, wie sie u.a. bei Tihange 2, Tihange 3 und Doel 3 zu erwarten ist, unerl\u00e4sslich, um die Bedenken der Beh\u00f6rden und B\u00fcrger der Nachbarl\u00e4nder einbringen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Der IPPNW warnt vor einer neuen Atomkatastrophe. Als Folge der Tschernobylkatastrophe erkrankten sch\u00e4tzungsweise Hunderttausende an Krebs und an Nichtkrebserkrankungen. Ebenso mussten Hunderttausende Menschen evakuiert und umgesiedelt werden. Im dicht bev\u00f6lkerten Dreil\u00e4ndereck w\u00e4ren dagegen mehrere Millionen Menschen betroffen! Gerade vor dem Hintergrund einer neuen Studie aus den Niederlanden, die den drei L\u00e4ndern mangelhafte Koordination der Katastrophenhilfe bescheinigt, sei der Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung nur durch schnelle Abschaltung aller drei Reaktoren in Tihange m\u00f6glich<\/span><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: small;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Als Sofortma\u00dfnahme schlagen die Umweltverb\u00e4nde vor, dass Deutschland und die Niederlande RWE und Essent NV dazu veranlassen, das hocheffiziente Gaskraftwerk `Claus\u00b4 in Maasbracht wieder anzufahren und von dort Strom nach Belgien zu liefern. RWE hatte das Gaskraftwerk 2014 kurz nach der Modernisierung stillgelegt, weil es mit seinen alten Braunkohlekraftwerken mehr Geld verdient. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Die von NRW-Ministerpr\u00e4sident Laschet<\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">k\u00fcrzlich in die Diskussion gebrachte Lieferung von Braunkohlestrom nach Belgien lehnen die Initiativen und Verb\u00e4nde strikt ab: Den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, ist keine L\u00f6sung und verh\u00f6hnt die \u00fcber Braunkohle- und Atomstrom gleicherma\u00dfen besorgten Menschen. Zudem sei Laschets Vorschlag keine L\u00f6sung f\u00fcr die kommenden Jahre. W\u00e4hrend zwischen den Niederlanden und Belgien bereits eine Stromtrasse existiere, w\u00fcrde die derzeit geplante Stromleitung `ALEGrO\u00b4 von Oberzier (NRW) nach Lixhe (bei L\u00fcttich) fr\u00fchestens 2020 fertig gestellt. Weitere, zum vollst\u00e4ndigen Ersatz von Tihange vom fr\u00fcheren NRW-Umweltminister Remmel vorgeschlagene Stromtrassen von Deutschland nach Belgien seien kaum vor 2030 realisierbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><b>Weitere Infos:<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\">www.ippnw.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.nabu-nrw.de\">www.nabu-nrw.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.antiatombonn.de\">www.antiatombonn.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.bbu-online.de\">www.bbu-online.de<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Neue Erkenntisse \u00fcber AKW Tihange erfordern sofortiges Handeln!&#8220; Dienstag, 16 Uhr Mahnwache vor Laschets Amtssitz! 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