{"id":1556,"date":"2019-08-16T20:26:50","date_gmt":"2019-08-16T20:26:50","guid":{"rendered":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=1556"},"modified":"2019-08-16T20:26:50","modified_gmt":"2019-08-16T20:26:50","slug":"mehr-als-100-in-gronau-gegen-atomares-wettruesten-grusswort-koroleva","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=1556","title":{"rendered":"Mehr als 100 in Gronau gegen atomares Wettr\u00fcsten &#8211; Gru\u00dfwort Koroleva"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als 100 Menschen haben am 4.8. vor der Gronauer Urananreicherungsanlage gegen das erneute atomare Wettr\u00fcsten zwischen den USA, Russland, dem Iran, aber auch der Beteiligung des Urenco-Konzerns mit seiner Gronauer Urananreicherungsanlage demonstriert. Es wurde ein Gru\u00dfwort von der russischen Umweltaktivistin Alexandra Koroleva verlesen. Sie ist aktuell in Deutschland und beantragt politisches Asyl, da die russische Justiz die Vorsitzende von Ecodefense mit Strafbefehlen \u00fcbersch\u00fcttet und als &#8222;ausl\u00e4ndische Agentin&#8220; hinter Gitter bringen will.<\/p>\n<p>Wir dokumentieren hier das Gru\u00dfwort von Alexandra Koroleva und solidarisieren uns mit ihr und ihren russischen KollegInnen. Umweltschutz ist kein Verbrechen &#8211; und die internationale Zusammenarbeit von Umwelt-Initiativen erst recht nicht. Vorallem, wenn internationale Konzerne wie Urenco bis 2009 ihren Atomm\u00fcll nach Russland brachten, Rosatom AKW nahe der EU bauen wollte und aktuell in Russland beim atomaren Wettr\u00fcsten wieder Atomunf\u00e4lle passieren.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 14px; font-family: impact, sans-serif;\">&#8222;Liebe Freundinnen und Freunde,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px; font-family: impact, sans-serif;\">ich hei\u00dfe Alexandra Koroleva und arbeite f\u00fcr die russische Umweltorganisation Ecodefense. Viele von euch kennen unsere Gruppe sehr gut, weil wir gemeinsam gegen den Export von radioaktivem Uranm\u00fcll der Urenco nach Russland protestiert haben. Und wahrscheinlich haben einige von euch auch meinen Kollegen Vladimir Slivyak kennengelernt, der viele Anti-Atom-Aktionen zusammen mit deutschen Gruppen organisiert hat. Ich wei\u00df, dass Vladimir auf Demonstrationen in Deutschland oft \u00fcber den Druck gesprochen hat, den wir hier in Russland erleben. Und dazu m\u00f6chte ich euch aktuelle Infos geben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px; font-family: impact, sans-serif;\">Leider hat sich die Situation verschlechtert, weil die Repression gegen\u00fcber Ecodefense und anderen Umweltgruppen zunimmt. Vor einigen Jahren erlie\u00df die russische Regierung ein Gesetz, um die Gruppen als &#8222;ausl\u00e4ndische Agenten&#8220; zu diskreditieren, wenn sie es wagen, die Machthaber mit der Wahrheit zu konfrontieren. Ecodefense war die erste Umweltgruppe in Russland, die als &#8222;ausl\u00e4ndischer Agent&#8220; abgestempelt wurde. Der Grund daf\u00fcr war unsere erfolgreiche Kampagne, um den Bau eines Atomkraftwerks bei Kaliningrad zu verhindern. Wir haben uns niemals mit diesem verunglimpfenden Label abgefunden, weil wir f\u00fcr keine ausl\u00e4ndische Macht arbeiten, sondern nur f\u00fcr unser eigenes Land.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px; font-family: impact, sans-serif;\">Das russische Justizministerium hat nicht weniger als 28 Verfahren gegen Ecodefense angestrengt, weil wir gegen das &#8222;Ausl\u00e4ndische-Agenten-&#8222;Gesetz versto\u00dfen h\u00e4tten. Am 30. Mai wurden dann gleich f\u00fcnf Strafverfahren gegen mich pers\u00f6nlich eingeleitet, sodass mir bis zu zwei Jahre Gef\u00e4ngnis f\u00fcr meine Umweltaktivit\u00e4ten drohen. Gl\u00fccklicherweise hatte ich die M\u00f6glichkeit Russland zu verlassen und ich habe jetzt politisches Asyl in Deutschland beantragt. Doch gleichzeitig bleiben meine Freunde und Kollegen in Russland und sind weiterhin in Gefahr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px; font-family: impact, sans-serif;\">Die Zeiten in Russland sind sehr schwierig und die Regierung \u00fcbt viel Druck auf Aktivisten aus, die die Regierung kritisieren. Unsere erfolgreiche Arbeit gegen die Atomenergie ist einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Atomenergie ist gef\u00e4hrlich, teuer, unmenschlich und sie muss deshalb weltweit aufgegeben werden. Atomenergie ist auch kontraproduktiv im Kampf gegen den Klimawandel. Der einzig vern\u00fcnftige Weg ist der Einsatz von erneuerbaren Energien.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px; font-family: impact, sans-serif;\">Urenco hier in Gronau ist mit der Urananreicherung Teil der internationalen nuklearen Brennstoffkette, welche die Atomindustrie am Leben h\u00e4lt. In einem Land, das sich eigentlich von der Atomenergie verabschieden will, sollte Urenco keine Zukunft haben. Alle Atomanlagen sollten stillgelegt werden, um atomare Desaster zu verhindern und keinen weiteren Atomm\u00fcll zu produzieren. Der Atomm\u00fcll bleibt f\u00fcr sehr viele Generationen ein gef\u00e4hrliches Problem.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px; font-family: impact, sans-serif;\">Ich m\u00f6chte meine Solidarit\u00e4t mit eurem Kampf gegen Urenco und gegen die Atomindustrie im Allgemeinen ausdr\u00fccken. Gemeinsam und solidarisch werden wir dabei gewinnen.&#8220;<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>In den Redebeitr\u00e4gen von VertreterInnen der IPPNW, ICAN, der DFG-VK und des Aktionsb\u00fcndnis M\u00fcnsterland gegen Atomanlagen wurde betont, dass das atomare Wettr\u00fcsten zwischen Russland und den USA sofort beendet werden muss. Ebenso die eskalierende Anreicherungsspirale, bei der aktuell der Iran wieder \u00fcber 20% anreichern will und Urenco angek\u00fcndigt hat, in den USA auf 19,75% anzureichern um sich beim US-Milit\u00e4r als Lieferant f\u00fcr &#8222;milit\u00e4rische Reaktoren&#8220; anzubieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 100 Menschen haben am 4.8. vor der Gronauer Urananreicherungsanlage gegen das erneute atomare Wettr\u00fcsten zwischen den USA, Russland, dem Iran, aber auch der Beteiligung des Urenco-Konzerns mit seiner Gronauer Urananreicherungsanlage demonstriert. Es wurde ein Gru\u00dfwort von der russischen Umweltaktivistin Alexandra Koroleva verlesen. 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