{"id":1775,"date":"2020-06-03T22:14:40","date_gmt":"2020-06-03T22:14:40","guid":{"rendered":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=1775"},"modified":"2020-06-03T22:25:40","modified_gmt":"2020-06-03T22:25:40","slug":"pfingstferien-corona-keine-pause-der-atomindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=1775","title":{"rendered":"Pfingstferien? Corona? Keine Pause der Atomindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Mit spontanen Mahnwachen auf einer Br\u00fccke vor der Gronauer Urananreicherungsanlage und am Hauptbahnhof von M\u00fcnster wurde am Dienstag (2. Juni) gegen die Abfahrt eines Sonderzuges mit Uranm\u00fcll von Gronau \u00fcber M\u00fcnster nach Russland demonstriert. Trotz Corona und des Pfingstfeiertages machte sich die rollende Zeitbombe im Dschungel der derzeitigen Corona- Sicherheitsbestimmungen auf den Weg. Fotos gibts bei der <a href=\"https:\/\/www.anti-atom-aktuell.de\/2020\/2020-06-02_Urantranport\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anti-Atom-Aktuell.<\/a><\/p>\n<p>In Lingen ging am Pfingstwochenende nach der Revision das <a href=\"https:\/\/atomstadt-lingen.de\/2020\/05\/27\/2294\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">AKW Emsland wieder ans Netz<\/a> &#8211; die Revision wurde nicht verl\u00e4ngert, obwohl wegen der Corona-Pandemie weniger Personal und versch\u00e4rfte Hygiene-Regeln wie Sicherheitsabst\u00e4nde galten. Man muss davon ausgehen, dass die Untersuchung also noch ungr\u00fcndlicher und unvollst\u00e4ndiger als sowieso schon ablief. Gegen die Wiederinbetriebnahme gab es auch eine Mahnwache.<\/p>\n<p><strong>Der Transportweg des Uranm\u00fcll-Zuges<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die Route der Uranm\u00fcllz\u00fcge f\u00fchrt von Gronau \u00fcber Steinfurt, M\u00fcnster, Drensteinfurt, Hamm, den Kreis Unna, das Ruhrgebiet, den Grenz\u00fcberg\u00e4ngen Emmerich bzw. Venlo und viele niederl\u00e4ndische Orte bis zum Hafen Amsterdam.\u00a0 Der Uranm\u00fcllzug fuhr am Dienstag um 13.15 Uhr durch den Hauptbahnhof in M\u00fcnster. Die Durchfahrt in Hamm war um 13.50 Uhr und um 15.15 Uhr wurde der Uranzug am G\u00fcterbahnhof Hagen-Vorhalle gesichtet. Von dort gibt es noch zwei Fahrtm\u00f6glichkeiten: \u00dcber Hagen-Gevelsberg-Wuppertal-D\u00fcsseldorf-M\u00f6nchengladbach-Venlo oder \u00fcber<br \/>\nHagen-Witten-Dortmund-Castrop-Herne-Wanne-Eickel-Gesenkirchen-Oberhausen-Wesel- Emmerich. Erstes Fahrtziel des Uranm\u00fcllsonderzuges ist der Hafen von Amsterdam. Dort \u00fcbernimmt der Uranfrachter Mikhail Dudin die radioaktive Fracht aus Gronau und transportiert sie nach Russland. Nach der Verschiffung nach St.Petersburg geht es per Bahn weiter zum Zielort Novouralsk bei Ekaterinburg. Novouralsk ist eine sog. &#8222;Geschlossene Atomstadt&#8220; aus sowjetischen Zeiten, die f\u00fcr Au\u00dfenstehende nur mit Sondergenehmigung zu betreten ist. In Novouralsk wird der Uranm\u00fcll unter freiem Himmel f\u00fcr unbestimmte Zeit gelagert. Bei dem Transportmaterial handelt es sich um abgereichertes Uranhaxafluorid, das bei der Urananreicherung in gro\u00dfen Mengen als Uranm\u00fcll anf\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>Weitere Urantransporte mit belgischen LKW<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Mahnwache in Gronau erreichten zudem mehrere belgische LKW mit jeweils einem Uranhexafluoridcontainer die Gronauer Urananreicherungsanlage. Unsere Proteste richten sich gegen alle Urantransportem denn Transportarten sind gef\u00e4hrlich. Uranhexafluorid bildet bei Freisetzung die stark \u00e4tzende und meist t\u00f6dliche Flusss\u00e4ure. Sonderz\u00fcge mit Uranm\u00fcll sind 2019 und 2020 bereits mehrfach von Gronau nach<br \/>\nRussland gestartet. Anfang April hatte sich deshalb die Stadt M\u00fcnster beim Urenco- Konzern, der die Uranfabrik in Gronau betreibt, gegen die Urantransporte durch M\u00fcnster ausgesprochen. Und Immer wieder protestieren Anti-Atomkraft-Initiativen gegen die Urantransporte mit Mahnwachen.<\/p>\n<p><strong>Die Proteste gehen weiter<\/strong><\/p>\n<p>Am Sonntag (7. Juni) werden sich traditionell um 14 Uhr wieder Mitglieder mehrerer Anti-Atomkraft- und Friedensinitiativen aus dem Dreil\u00e4ndereck NRW-Niederlande-Niedersachsen zum traditionellen Sonntagsspaziergang an der Gronauer Uranfabrik treffen.<\/p>\n<p>Ebenfalls f\u00fcr Sonntag, 7. Juni, rufen Anti-Atomkraft- und Klima-Initaitiven zur Teilnahme an einer Fahrrad-Demonstration in M\u00fcnster zum M\u00fcnsteraner Wahlkreisb\u00fcro von Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf, um angesichts der Inbetriebnahme des Kohekraftwerkes Datteln IV und der fortgesetzten Uranm\u00fcllexporte von Gronau nach Russland gemeinsam f\u00fcr einen sofortigen Ausstieg aus Kohle und Atom zu protestieren. Startpunkt ist um 14 Uhr auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums zwischen Friedrich- Ebert-Stra\u00dfe und Alfred-Krupp-Weg.<\/p>\n<p><strong>Hintergr\u00fcnde<\/strong><\/p>\n<p>Die Urananreicherungsanlage in Gronau wird vom Urenco-Konzern betrieben. Sie geh\u00f6rt zu je einem Drittel dem niederl\u00e4ndischen und britischen Staat \u2013 das deutsche Drittel teilen sich RWE und EON zu gleichen Teilen. Die Bundesregierung und die NRW- Landesregierung \u00fcben die fachliche und politische Atomaufsicht \u00fcber die Urananreicherung in Gronau aus. Beide Regierungen lehnen eine Stilllegung der Urananreicherungsanlage im Rahmen des deutschen Atomausstiegs bislang ab. Dagegen gab es in den letzten Jahren immer wieder Proteste von Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverb\u00e4nden. Erst im Januar hatten die russischen Umweltorganisationen Greenpeace und Ecodefense im Bundesumweltministerium 70 000 Unterschriften aus Russland gegen die Uranm\u00fcllexporte \u00fcberreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit spontanen Mahnwachen auf einer Br\u00fccke vor der Gronauer Urananreicherungsanlage und am Hauptbahnhof von M\u00fcnster wurde am Dienstag (2. Juni) gegen die Abfahrt eines Sonderzuges mit Uranm\u00fcll von Gronau \u00fcber M\u00fcnster nach Russland demonstriert. 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