{"id":1812,"date":"2020-06-21T21:53:06","date_gmt":"2020-06-21T21:53:06","guid":{"rendered":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=1812"},"modified":"2020-06-22T21:55:56","modified_gmt":"2020-06-22T21:55:56","slug":"proteste-gegen-neue-uranmuell-exporte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=1812","title":{"rendered":"Proteste gegen neue Uranm\u00fcll-Exporte"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><span style=\"font-size: x-large;\"><b>Proteste in mehreren St\u00e4dten angek\u00fcndigt<\/b><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: x-large;\"><b>Dienstag\/Mittwoch weitere Uranm\u00fcll-LKW-Konvois<\/b><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen sowie der Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz rechnen f\u00fcr den morgigen Montag mit dem Start eines neuen Uranm\u00fcllzugs mit rund 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) von der Urananreicherungsanlage Gronau via Amsterdam nach Russland. Dagegen wurden f\u00fcr morgen u. a. in Gronau, M\u00fcnster, Hiltrup und Hamm Mahnwachen und Kundgebungen angemeldet. Zus\u00e4tzlich sind in mehreren Ruhrgebietsst\u00e4dten Proteste geplant:<\/p>\n<ul>\n<li>Gronau: ab 8 Uhr, Bahnbr\u00fccke vor der UAA-Einfahrt<\/li>\n<li>M\u00fcnster: ab 11 Uhr, Staufenplatz\/Erphostra\u00dfe<\/li>\n<li>Hiltrup: ab 11.30 Uhr, Bahnhof<\/li>\n<li>Hamm: ab 14.30 Uhr, vor dem Hauptbahnhof<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Dienstag und Mittwoch erwarten die Anti-Atomkraft-Initiativen zudem zwei zus\u00e4tzliche LKW-Konvois mit weiteren 300 t abgereichertem UF6, die von Gronau via Enschede \u00fcber die Autobahn direkt zum Verladehafen von Amsterdam fahren, um gemeinsam mit dem Bahntransport nach St. Petersburg verschifft zu werden. Zielort ist die russische Atomfabrik Novouralsk.<\/p>\n<p>Anfang der Woche forderten 47 russische, niederl\u00e4ndische und deutsche Umweltorganisationen und Anti-Atomkraft-Initiativen einen dringenden Brief an den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel den sofortigen Stopp der Uranm\u00fcllexporte von der Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland. Schon in den vergangenen Monaten gab es dazu in Russland, den Niederlanden und in Deutschland immer wieder Protestaktionen. Nun wurde jedoch bekannt, dass Urenco offensichtlich mit Billigung der Bundesregierung die Genehmigung f\u00fcr zus\u00e4tzliche 10 Uranm\u00fclltransporte bis 2023 erhalten hat.<\/p>\n<p>Die fortgesetzten Uranm\u00fcllexporte von der deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau zur billigen Entsorgung in Russland sind unmoralisch und verwerflich. Wer seinen eigenen Atomm\u00fcll nicht selbst sicher entsorgen kann oder will, darf seine Betriebsgenehmigung nicht behalten. Russland ist nicht die Gronauer Atomm\u00fcll-Halde. Wir fordern den sofortigen Stopp der Uranm\u00fcllexporte von Gronau nach Russland \u2013 und damit verbunden die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><b>Hintergr\u00fcnde zu den Uranm\u00fcllexporten:<\/b><\/span><\/p>\n<p>Bereits im Januar hatten die russischen Umweltorganisationen Ecodefense und Greenpeace Russland im Bundesumweltministerium in Berlin 70 000 Unterschriften gegen den Export von abgereichertem Uran aus Gronau \u00fcberreicht. Am letzten Dienstag hatte sich Ecodefense in einem Appell erneut direkt an Bundesumweltministerin Svenja Schulze gewandt. Seit Oktober 2019 finden zudem zu jedem Uranm\u00fclltransport von Gronau nach Russland internationale Protestaktionen statt. Zwei Uranz\u00fcge wurden im M\u00fcnsterland durch Abseilaktionen f\u00fcr mehrere Stunden aufgehalten.<\/p>\n<p>Das abgereicherte Uran in Form von Uranhexafluorid (UF6) f\u00e4hrt zun\u00e4chst per Bahn von Gronau \u00fcber M\u00fcnster nach Hamm. Von dort gibt es drei Bahnstrecken durch das Ruhrgebiet zur niederl\u00e4ndischen Grenze: a) Hamm-L\u00fcnen-Datteln-Recklinghausen-Oberhausen-Emmerich, b) Hamm-Dortmund-Herne-Gelsenkirchen-Oberhausen-Emmerich sowie c) Hamm-Unna-Hagen-Wuppertal-D\u00fcsseldorf\/Duisburg-M\u00f6nchengladbach\/Viersen-Venlo. In Amsterdam wird die Uranfracht auf die &#8222;Mikhail Dudin&#8220; verladen und rund um D\u00e4nemark sowie an Kopenhagen\/Malm\u00f6, Helsinki und Tallinn vorbei nach St. Petersburg. Danach geht es erneut per Bahn zur geschlossenen Atomstadt Novouralsk bei Ekaterinburg.<\/p>\n<p>Die Urananreicherungsanlage Gronau wird vom internationalen Urenco-Konzern betrieben, der zu je einem Drittel dem britischen und niederl\u00e4ndischen Staat geh\u00f6rt. Das deutsche Drittel befindet sich zu gleichen Anteilen im Besitz von RWE und EON. Allein aus Gronau wird rund jedes zehnte AKW weltweit mit Uranbrennstoff f\u00fcr die Brennelemente versorgt.<\/p>\n<p>Zwischen 1995 und 2009 gelangten bereits 27 300 t abgereichertes Uranhexafluorid (UF6) von Gronau nach Russland. Danach wurden die Transporte aufgrund der internationalen Proteste eingestellt. Seit Wiederaufnahme der Transporte im Mai 2019 kamen nach neuesten Angaben der NRW-Landesregierung allein in 2019 8.855 t hinzu. Mit bislang vier weiteren Urantransporten in 2020 kamen weitere 3.600 t hinzu. Allein f\u00fcr 2020 sind sechs weitere Transporte mit weiteren 5.400 t geplant. Sollte die obengenannte niederl\u00e4ndische Transportgenehmigung umgesetzt werden, dann k\u00e4men in 2021 nochmals 9.000 t hinzu. Unter dem Strich w\u00fcrde das f\u00fcr die drei Jahre 2019-2021 insgesamt fast 27 000 t abgereichertes UF6 zusammen \u2013 praktisch genauso viel wie in den Jahren 1995\u20132009 insgesamt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Proteste in mehreren St\u00e4dten angek\u00fcndigt Dienstag\/Mittwoch weitere Uranm\u00fcll-LKW-Konvois Mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen sowie der Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz rechnen f\u00fcr den morgigen Montag mit dem Start eines neuen Uranm\u00fcllzugs mit rund 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) von der Urananreicherungsanlage Gronau via Amsterdam nach Russland. 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