{"id":3437,"date":"2025-08-16T00:18:34","date_gmt":"2025-08-15T22:18:34","guid":{"rendered":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=3437"},"modified":"2025-08-16T00:18:34","modified_gmt":"2025-08-15T22:18:34","slug":"trotz-atomausstieg-alte-uranfabrik-in-gronau-wird-40-initiativen-fordern-aufhebung-der-betriebsgenehmigungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sofa-ms.de\/?p=3437","title":{"rendered":"Trotz Atomausstieg: Alte Uranfabrik in Gronau wird 40 \/ Initiativen fordern Aufhebung der Betriebsgenehmigungen"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des 40. Jahrestages der technischen Inbetriebnahme der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau (NRW) fordern 15 Umweltverb\u00e4nde und B\u00fcrgerinitiativen (darunter der Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz (BBU), die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU), der NABU NRW und der \u00f6rtliche Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau) die sofortige Stilllegung der umstrittenen und bundesweit einzigartigen Atomfabrik. Die Anlage begann am 15. August 1985 mit der Produktion von angereichertem Uran, das die Grundlage f\u00fcr den Betrieb zahlreicher Atomkraftwerke in aller Welt ist. Die offizielle Einweihung erfolgte unter Protest im Juni 1986, wenige Wochen nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl. Umstritten ist die Anlage auch, weil die in ihr genutzte Zentrifugentechnik auch zur Produktion von Uran f\u00fcr Atomwaffen genutzt werden kann. Aus diesem Grund wurden vor wenigen Wochen auch die Urananreicherungsstandorte im Iran, bei denen ebenfalls mit der Zentrifugentechnik gearbeitet wird, bombardiert. Die Anlage in Gronau ist weder gegen Flugzeugabst\u00fcrze noch gegen milit\u00e4rische Angriffe gesichert. Gegen den Betrieb der Anlage richten sich immer wieder Protestaktionen.<\/p>\n<p>Betrieben wird die Gronauer Urananreicherungsanlage vom Urenco-Konzern, der international t\u00e4tig ist, und der u. a. auch die niederl\u00e4ndische Schwesteranlage in Almelo, 30 Kilometer westlich von Gronau, betreibt. Der deutsche Zweig des Urenco-Konzerns ist jeweils zu 50% im Besitz der Energiekonzerne E.ON und RWE.<\/p>\n<h3>Atomausstieg in NRW konsequent umsetzen \/ Atomm\u00fcllproblem<\/h3>\n<p>Trotz beschlossenem Atomausstieg wird seit 4 Jahrzehnten in Gronau angereichertes Uran f\u00fcr Atomkraftwerke produziert \u2013 bisher ohne<br \/>\nLaufzeitbegrenzung. Die Landesregierung in D\u00fcsseldorf stellt die zust\u00e4ndige Atomaufsicht und muss gemeinsam mit der Bundesregierung den Atomausstieg konsequent umsetzen. Die Anlage in Gronau darf da nicht ausgeklammert werden. Beim Betrieb der Anlage f\u00e4llt Atomm\u00fcll an, der in gro\u00dfen Mengen unter dem freien Himmel neben der Anlage gelagert wird (Containerlager f\u00fcr abgereichertes<br \/>\nUranhexafluorid, UF6) und f\u00fcr den es kein Endlager gibt. Abgereichertes Uranhexafluorid wurde auch in gro\u00dfen Mengen nach Russland und Frankreich exportiert. Neben der Gronauer Urananreicherungsanlage wurde zudem ein Hallenlager f\u00fcr rund 60.000 Tonnen Atomm\u00fcll in Form von Uranoxid gebaut. Eingelagert wurde dort aber bisher noch nichts. Bereits atomrechtlich beantragt wurde zudem der Bau eines Hallenlagers neben der Urananreicherungsanlage, in dem alte und kontaminierte Uranzentrifugen gelagert werden sollen. Gefahren der Urananreicherung, der Urantransporte und der atomwaffentauglichen Zentrifugentechnik Wiederholt gab es in der UAA Gronau St\u00f6rf\u00e4lle und 2010 wurde ein Arbeiter in der Anlage verstrahlt. Der BBU, weitere Umweltverb\u00e4nde und B\u00fcrgerinitiativen wie der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau bef\u00fcrchten, dass der Anlagenbetrieb mit zunehmendem Alter der Anlage noch unsicherer wird.<\/p>\n<p>Weitere Gefahren gehen von den zahlreichen Urantransporten mit LKW und Sonderz\u00fcgen von und zur Anreicherungsanlage aus, die ganz NRW, aber auch weitere Bundesl\u00e4nder, durchqueren. Hilfs- und Rettungskr\u00e4fte wie das THW oder \u00f6rtliche Feuerwehren an den Transportstrecken werden im Vorfeld nicht \u00fcber die gef\u00e4hrlichen Transporte informiert. Bei einem Transportunfall k\u00f6nnte es zu weitreichenden Verseuchungen kommen.<\/p>\n<p>Auch aus den Reihen der Friedensbewegung wird immer wieder die Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage gefordert. Das Gronauer Werk k\u00f6nnte im Konfliktfall ein milit\u00e4risch wichtiges Angriffsziel sein, denn die Zentrifugentechnik, die in der Anlage zum Einsatz kommt, kann auch zur Produktion von Uran f\u00fcr Atomwaffen genutzt werden. Aus diesem Grund wurden vor wenigen Wochen die Urananreicherungsstandorte im Iran bombardiert. Um auf die milit\u00e4rische Brisanz der Urananreicherung hinzuweisen, finden schon seit Jahren Osterm\u00e4rsche zur Gronauer Urananreicherungsanlage statt.<\/p>\n<h3>Proteste seit den 70er Jahren bis heute &#8230; und auch weiterhin<\/h3>\n<p>Schon vor dem Bau der UAA Gronau hat es in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Proteste gegen die Anlage gegeben. Nach der Inbetriebnahme fanden st\u00e4ndig weitere Aktionen gegen die Gronauer Uranfabrik, gegen die Urantransporte und gegen den vorgeschalteten Uranabbau, der in Kanada, Afrika und anderswo erfolgt, statt. Ein H\u00f6hepunkt der Proteste war 2011 ein Ostermarsch zur Urananreicherungsanlage, an dem sich etwa 15.000 Personen beteiligt haben. Die \u00f6rtliche B\u00fcrgerinitiative, der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, ist schon seit 1981 gegen jegliche Nutzung der Atomenergie aktiv und der grenz\u00fcberschreitende Protest im Dreil\u00e4ndereick von NRW, Niedersachsen und Niederlande rei\u00dft nicht ab. Immer wieder fanden und finden Demonstrationen und Blockaden von \u00f6rtlichen und \u00fcber\u00f6rtlichen Initiativen statt, es gab Unterschriftenaktionen und immer wieder Mahnwachen gegen Urantransporte. Zentrale Forderung: Die zust\u00e4ndige NRW-Landesregierung soll die sofortige Aufhebung aller bisher f\u00fcr die UAA erteilten Betriebsgenehmigungen veranlassen. Dass das rechtlich m\u00f6glich und machbar ist, wurde mehrfach mit <a href=\"https:\/\/www.wn.de\/muensterland\/gutachten-sieht-keine-rechtlichen-hurden-fur-%20urenco-aus-1391557\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gutachten<\/a> belegt.<\/p>\n<p>Wichtiges Element der dauerhaften Proteste in und um Gronau gegen die Urananreicherung und die damit verbundenen Urantransporte sind die monatlichen Sonntagsspazierg\u00e4nge. Sie finden schon traditionell seit Ende 1986 regelm\u00e4\u00dfig am ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr an der Urananreicherungsanlage statt. N\u00e4chster Termin: 7. September 2025 . Wenige Tage nach dem Antikriegstag (1. September)<br \/>\nwird dann auch wieder an die Verkn\u00fcpfung der so genannten zivilen Atomenergie und deren milit\u00e4rischer Nutzung erinnert.<\/p>\n<p>Folgende Initiativen unterst\u00fctzen die genannte Forderung und haben diese PM unterzeichnet:<\/p>\n<ul>\n<li>Aktionsb\u00fcndnis \u201eStop Westcastor\u201c J\u00fclich<\/li>\n<li>Aktionsb\u00fcndnis M\u00fcnsterland gegen Atomanlagen<\/li>\n<li>AKW-NEE-Gruppe Aachen<\/li>\n<li>Anti-Atom Plenum K\u00f6ln<\/li>\n<li>AntiAtomBonn<\/li>\n<li>Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau<\/li>\n<li>Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz (BBU)<\/li>\n<li>B\u00fcndnis Atomkraftgegner*innen im Emsland (AgiEL)<\/li>\n<li>B\u00fcrgerinitiative \u201eKein Atomm\u00fcll in Ahaus\u201c<\/li>\n<li>Internationale \u00c4rzt*innen f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges\/\u00c4rzt*innen in sozialer Verantwortung &#8211; Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern<\/li>\n<li>Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen (LNU)<\/li>\n<li>Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG)<\/li>\n<li>Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Nordrhein-Westfalen<\/li>\n<li>SOFA (Sofortiger Atomausstieg) M\u00fcnster<\/li>\n<li>Stichting Laka, documentatie- en onderzoekscentrum kernenergie, Amsterdam (NL)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des 40. 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