Proteste gegen Atom-Deal mit Rosatom: Schiffsblockade & Straßentheater

  • Greenpeace blockiert russischen Atomfrachter in Dünkirchen: Auch Uran für Brennelementefabrik Lingen an Bord?

Rund 20 Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Montag Morgen im französischen Hafen Dünkirchen mehrere Stunden lang die Ankunft des russischen Uranfrachters „Mikhail Dudin“ blockiert. Sie protestierten damit gegen die fortgesetzten Atomgeschäfte zwischen der französischen EDF-Tochter Framatome und dem Kreml-Atomkonzern Rosatom. Die „Mikhail Dudin“ bringt regelmäßig russisches Uran nach Frankreich sowie via Rotterdam und Dünkirchen auch zur Framatome-Brennelementefabrik in Lingen/Emsland. Von daher befürchten wir, dass auch ein Teil des russischen Urans von Dünkirchen aus letztlich in Lingen zur Brennelementefertigung landen könnte. Die Protestaktion von Greenpeace in Dünkirchen wirft erneut ein grelles Schlaglicht auf die andauernde Atomkooperation zwischen Frankreich, Deutschland und Russland. Wir fordern heute nochmals eindringlich von der Bundesregierung, sämtliche Urangeschäfte mit dem Kreml-Konzern Rosatom einzustellen. Es darf weder angereichertes Uran aus Russland importiert werden noch russisches Know-How für die Herstellung von „russischen“ Brennelementen in Lingen eingesetzt werden!

Zum Bericht des Magazins Stern. Bericht Greenpeace Frankreich.

  • Straßentheater: Atomausstieg muss geLINGEN

Mit einer kreativen Aktion vor der Brennelementefabrik Lingen und in der Fußgängerzone haben ROBIN WOOD-Aktivist*innen am Freitag Vormittag Druck für die sofortige Stilllegung der Atomanlage gemacht. In Schutzkleidung, mit einem „Uranbecken“ und einem Banner mit der Aufschrift „Atomausstieg muss geLINGEN“ demonstrierten sie erst vor der Fabrik. Anschließend zogen sie durch die Innenstadt, um Menschen mit Theaterszenen vor den Gefahren der Atomproduktion zu warnen. Einige der Aktivist*innen stellten Macron und Putin dar, andere eine Gegendemonstration. Anlass für die heutigen Proteste ist insbesondere die geplante Zusammenarbeit des russischen Staatskonzerns Rosatom mit ANF in Lingen.

Trotz des Atomausstiegs in Deutschland produziert ANF, eine Tochtergesellschaft des französischen Framatome-Konzerns, im niedersächsischen Lingen weiterhin Brennelemente für den Betrieb von Atomkraftwerken weltweit. ANF hat beantragt, gemeinsam mit Rosatom in Lingen Brennelemente herzustellen, die in Atomkraftwerken russischer Bauart zum Einsatz kommen sollen. Trotz des Ukraine-Kriegs hat die EU bislang keine Sanktionen gegen Russland im hochgefährlichen Bereich Uran und Brennelemente verhängt. Hintergrund ist offenbar eine Abhängigkeit bei der Produktion sechseckiger Brennelemente für Atomkraftwerke in Osteuropa.

Nach aktuellen Medienberichten gibt es von Seiten der Bundesregierung grünes Licht für das Geschäft von ANF mit dem russischen Staatskonzern. Nötig dafür ist jedoch auch die Zustimmung des niedersächsischen Umwelt- und Energieministers Christian Meyer.

Zur PM von Robin Wood.