Castor-Transport in Brokdorf angekommen – Atommüll-Problem bleibt

Am Mittwoch abend erreichten die sieben Castor-Behälter das Zwischenlager Brokdorf, nachdem sie in Brunsbüttel aus dem Transportschiff „Pacific Grebe“ auf LKW-Tieflader verladen wurden. Eine Lösung des Atommüllproblems ist damit nicht erfolgt, da die Endlagersuche noch ca. 50 Jahre dauern wird. , das Zwischenlager Brokdorf hat eine Genehmigung bis 2047. Dann geht die Atommüllverschiebung in ein weiteres „Zwischenlager“ von vorne los – oder man betreibt ein bereits jetzt nicht mehr zeitgemäßes/ nicht terrorsicheres Zwischenlager einfach weiter…

In der Pressemitteilung der norddeutschen Anti-Atomkraft-Initiativen heißt es dazu:

„Der Atommüll aus dem Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland füllt rund 1.900 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall, zudem entstanden rund 600.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktiver Abfall. Der letzte Reaktor in Deutschland ist seit über drei Jahren außer Betrieb. Kraftwerke kann man abschalten, den Atommüll nicht!

Solange es für diese gewaltige Menge an nuklearer Hinterlassenschaft keine tragbare Lösung gibt, ist nicht nur jeder unnötige Atommülltransport unverantwortlich. Es erübrigt sich damit auch jegliche Debatte über die Wiederinbetriebnahme alter Meiler oder den Bau neuer Reaktoren. Auch die Debatte um sogenannte ‚Small Modular Reactors‘ (SMR) ist eine reine Scheinlösung – diese Mini-Reaktoren lösen kein Entsorgungsproblem. Es muss endlich Schluss sein mit dem Fliegen ohne Landebahn!

Hinter der oft gehörten Formulierung, ‚Wir‘ müssten die atomare Hinterlassenschaft wegen völkerrechtlich bindender Verträge zurücknehmen, verbirgt sich eine massive Schieflage der Verantwortlichkeiten. Es gilt klar zu hinterfragen, wer dieses ‚Wir‘ eigentlich ist. Während die Atomkraftbetreiber international über Jahrzehnte hinweg Milliardengewinne mit der Hochrisikotechnologie eingefahren haben, sind sie aus der Verantwortung für die Folgen entlassen. Die immensen Kosten und die organisatorischen Lasten für den sorgsamen Umgang mit dem strahlenden Erbe werden nun der Allgemeinheit aufgebürdet. Aktuell wird diese Jahrhundertaufgabe auf staatlicher Ebene von der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung verwaltet – bezahlt mit Steuergeldern. Es ist unhaltbar, dass Konzerne die Gewinne privatisieren, während die Gesellschaft die unkalkulierbaren Risiken und Kosten der Entsorgung dauerhaft tragen muss.

Nach wie vor steht für uns fest, dass

– es weiterhin kein vertretbares Endlager-Konzept für den vorhandenen Atommüll gibt,
– CASTOR-Zwischenlager zu gefährlich ungeeigneten Langzeitlagern werden,
– Atommüll nur ungefährlich ist, wenn er nicht entsteht: Brennelementefabrik in Lingen und Urananreicherung in Gronau beenden!
– Atomkraft kein Klimaretter sein kann!“

Diesem Statement schließen wir uns vollumfänglich an! Das selbe Desaster der privatisierten Gewinne und auf die Allgemeinheit abgewälzten Kosten wird gerade am Pannen-Reaktor THTR in Hamm deutlich: Die für den Abriss und Atommüllbeseitigung zuständige GmbH ist insolvent, die Haftung erstreckt sich nicht auf die Mutterkonzerne RWE, E.on usw.