Morgen Castor No. 4 – Fahrrad-Demo auch auf Autobahnbrücke

Beim Schutz des Castors darf nicht wieder gespart werden

„Atommülltransporte zeigen Versagen in der Atommüll-Entsorgung“

Nach unseren Informationen soll am morgigen Dienstag, 19. Mai, der vierte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus starten. Weil bisher alle drei Castor-Transporte trotz des enormen Aufwands mit Pannen und Unzulänglichkeiten einhergingen, fordern wir gemeinsam mit anderen Anti-Atom-Initiativen im Münsterland und Jülich einen Abbruch des Atommüll-Wahnsinns auf der Autobahn:

Beim ersten Mal dauerte der Anschluss der Überwachung in Ahaus deutlich länger als geplant, beim zweiten Mal war der Sicherheits-Akku des LKW nicht rechtzeitig aufgeladen und beim dritten Mal fehlte es an Polizei-Schutz für den Konvoi. Es handelt sich hier also nicht um eine verantwortungsvolle `Entsorgungs-Option`, sondern um ein politisch herbeigeführtes Atommüll-Chaos, in das sich die Verantwortlichen verstrickt haben. Land und Bund müssen nun die Notbremse ziehen, statt der Bevölkerung und Polizei über Jahre hinweg weitere Castor-Transporte zuzumuten!

Morgen Proteste in Jülich und Ahaus – auch über Autobahnbrücke!

Auch beim vierten Castor-Transport bringen die Anti-Atomkraft-Initiativen am morgigen Dienstag ihren Protest gegen den völlig sinnfreien und gefährlichen Castor-Wahnsinn aktiv auf der Straße: In Jülich wird es wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben. In Ahaus startet um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der zentralen Castor-Kreuzung mit der Schorlemer-/Schöppingerstraße eine Kundgebung und Dauermahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois.

Um auf die schlechte Absicherung der Autobahnbrücken beim letzten Castor-Transport aufmerksam zu machen, startet von dieser Mahnwache auf der Schorlemer Str. / Schumacher-Ring um 19.30 Uhr eine zweite Fahrrad-Demo. Ziel ist das Zwischenlager und anschließend die Autobahnbrücke über die A31 auf der Schöppinger Straße. Dort gibt es ein Aktions-Picknick. Danach geht es über die Brücke und am Zwischenlager vorbei zurück zur Dauer-Mahnwache an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Str./Schumacher-Ring.

Routine-Verhalten der Polizei erhöht Gefahren – Landesregierung schweigt

Noch immer stehen 149 Castoren in Jülich und die Gefahren durch Unfälle, Sabotage oder gar Anschläge steigt mit dem Routine-Verhalten der Polizei, das schon jetzt zu brisanten Fahrlässigkeiten geführt hat. Nach drei Transporten zeigt sich deutlich, dass es real keine Ausweichrouten gibt und sich deshalb Termine und Fahrtzeiten sehr gut abschätzen lassen. Ab Sommer fällt wegen einer Baustelle auch die zweite A31-Ausfahrt bei Heek für mehrere Monate aus. Es ist ein fatales Zeichen, dass bereits beim dritten Castor-Transport auf den Begleithubschrauber verzichtet wurde und mehrere Brücken unbewacht waren. Die Polizei muss sich auf die tatsächlichen Gefahren fokussieren, nicht auf die Demonstrationen. Zudem erwarten wir von der NRW-Landesregierung endlich Antworten auf unsere Fragen zu den Pannen bei den ersten beiden Transporten. Es zeigt sich leider sehr deutlich, dass die schwarz-grüne Landesregierung die Öffentlichkeit nicht informieren möchte. Schon deshalb sind unsere Proteste sehr wichtig, um ein Mindestmaß an öffentlicher Kontrolle sicherzustellen.