Dienstag neuer Castor & neuer Protest – Polizeigewerkschaft kritisiert hohe Belastung

  • – Jülich: ab 18 Uhr Dauer-Mahnwache
  • – Ahaus: – 18.30 Uhr Fahrrad-Demo
  • – 19 Uhr Kundgebung
  • – ab 20 Uhr Dauer-Mahnwache

NRW-Polizei als Atommüll-Transporteur / politisches Versagen“

Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich soll bereits am jetzigen Dienstagabend, 5. Mai, der dritte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus starten. Schon am 19. Mai soll dann der vierte Castor-Transport folgen. Zu Recht kritisierte die Gewerkschaft der Polizei im WDR den enorm hohen Personalaufwand für die Atommülltransporte. Bei den ersten beiden Transporten waren 2000 bzw. 2400 Beamte im Einsatz. Damit wird die NRW-Polizei zum eigentlichen Atommüll-Transporteur und muss die ungelöste Entsorgungsfrage jahrelang in Dutzenden Autobahn-Einsätzen ausbaden. Anti-Atomkraft-Initiativen haben für Dienstag kurzfristig in Jülich und Ahaus mehrere Protestaktionen angemeldet.

Es ist kein Wunder, dass die Gewerkschaft der Polizei die völlig unsinnigen und gefährlichen Atommülltransporte durch NRW kritisiert. Anstatt vor Ort in Jülich für eine langfristige Lagerung des hochradioaktiven Atommülls zu sorgen, verlagern Bundes- und Landesregierung die Atommüllentsorgung auf die Autobahn. Angesichts der hohen Personalbelastung für die Polizei und der hohen Kosten für die Landeskasse fürchten wir, dass die NRW-Landesregierung nun die Polizeisicherung der Castor-Transporte spürbar runterschraubt. Das wird dann jedoch zwangsläufig zu kritischen Sicherheitslücken entlang der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke führen – und das auf Jahre hinaus. Planbarer können Gefahrenquellen und Sicherheitsrisiken kaum sein.

Noch immer stehen 150 Castor-Behälter in Jülich – und selbst in einem beschleunigten Tempo und in Dreier-Konvois wird die Verlagerung nicht vor 2030 abgeschlossen sein, obwohl die Transportgenehmigung nur bis Mitte nächsten Jahres gültig ist. Aber auch die Lagergenehmigung im Zwischenlager Ahaus gilt nur bis 2036. Danach tut sich bis zur Errichtung eines Endlagers eine jahrzehntelange, bislang völlig genehmigungslose Lücke bei der Atommüllentsorgung in NRW auf. Die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung sind der Atommüllfrage politisch offenbar nicht gewachsen!

Neue Proteste am Dienstag (übermorgen) in Jülich und Ahaus

Kurzfristig wird es auch am jetzigen Dienstag, 5. Mai, in Jülich wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben. Beim letzten Transport wurde durch die Anwesenheit der Atomkraftgegner:innen die ungewöhnliche Panne bei der Abfahrt des Castor-LKWs bekannt. Die Initiativen haben dazu der NRW-Landesregierung einen bislang unbeantworteten Brief geschrieben.

In Ahaus startet ebenfalls kurzfristig am Dienstag um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der Kreuzung mit der Schorlemer-/Schöppingerstraße die zentrale Kundgebung. Im Anschluss findet an dieser zentralen Castor-Kreuzung Richtung Zwischenlager auch die Dauer-Mahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois statt. Aus diesem Grund findet am Zwischenlager dieses Mal keine Mahnwache statt.

Für den 19. Mai werden ebenfalls Proteste vorbereitet.