Update 4, 24. Juli 00:52 Uhr:
Castor Nr. 10 ist kurzfristig gegen 21:45 Uhr in Jülich gestartet. In Jülich gab es den dritten Tag in Folge Protest gegen diese unsinnige und unseriöse Atommüllverschiebung, auch an der Autobahn gab es bei Kamp-Lintfort eine Aktion und in Ahaus bildete sich nachts eine kleine Spontan-Mahnwache. Zwischenstand nach 10 Castoren: 4 Monate für 10 Castoren x 15 (für 152 Castoren) = 60 Monate. Geschätzte Gesamtdauer des Castor-Wahnsinns derzeit also 5 Jahre !!! Aktuelle Infos im Castor-Ticker
Update 3a, 23. Juli 23:15
Hier noch einige Details zum gestrigen Castor-Abbruch:
Bei der Mahnwache am Königshäuschen nahe der Autobahn-Auffahrt wurde die Straße 3x gesperrt und dann wieder freigegeben. Während die Polizei schon abfahrbereit am Forschungszentrum Jülich war und ein Polizei-Hubschrauber über dem Gelände kreiste, blieb der Transport-LKW kurz vor der Schranke defekt auf dem Gelände zurück und Techniker begannen mit einer Untersuchung des Problems. Gegen 0.50 Uhr erreichte dann ein kommerzieller Reparatur-Service das Forschungszentrum, der das Problem aber nicht lösen konnte. Gegen 1.15 Uhr erfolgte dann die Absage des Transports, sodass die Polizei sofort danach in Jülich und Ahaus abrückte.
Den ganzen Abend über demonstrierten in Jülich, Duisburg und Ahaus erneut Atomkraftgegner:innen mit Mahnwachen gegen die widersinnigen und gefährlichen Transporte. Eine ähnliche Situation hatten wir schon Ende April beim 2. Castor, als sich dann herausstellte, dass die Batterien für die Transporteinheit nicht aufgeladen waren und sich die Abfahrt um 90 Minuten verzögerte. Wir fordern deshalb umgehend Aufklärung über diese aktuelle Panne, die zur nächtlichen Absage des Castors führte. Und es zeigt sich, wie wichtig die Proteste vor Ort und an der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke sind, um live sehen zu können, wenn diese erheblichen Probleme auftreten.
Wir sind immer noch erst beim 10. Castor. Wie soll das nun noch 142 Mal weitergehen? Dieses Mal ist der Schaden auf dem Gelände des Forschungszentrums in Jülich aufgetreten. Was wäre passiert, wenn die Panne unterwegs auf der Autobahn passiert wäre? Auf solche Schadensfälle ist die Polizei doch gar nicht vorbereitet. Außerdem fragen wir uns, ob womöglich das Transportunternehmen der größten Transportserie für hochradioaktiven Atommüll in der Geschichte der Bundesrepublik einfach nicht gewachsen ist? Wir fordern deshalb nachdrücklich ein Ende des Castor-Wahnsinns auf den Autobahnen von NRW! Die Transporte sind eine reine Verschwendung von Steuergeld und Polizei-Ressourcen! Es braucht jetzt schnell ein neues, möglichst sicheres Atommülllager in Jülich!
Update 3, 23. Juli, 10:30 Uhr: Castor 10 wurde abgebrochen! Laut WDR war es nicht möglich, den technischen Defekt zu beheben und auch nicht möglich, einen Ersatz-LKW zu nutzen. Und das alles auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich – das wirft bei insgesamt 4 verfügbaren LKW ein ganz schlechtes Licht auf die Sicherheitsreserven, sollte es auf der Autobahn zu einer Panne kommen.
Update 2, 23. Juli, 0.20 Uhr: Castor 10 ist am späten Mittwochabend NICHT wie geplant im Forschungszentrum Jülich gestartet. Gegen 22.45 Uhr ruckelte der Polizei-Vorkonvoi los, doch dann war schon nach ein paar Metern Feierabend. Der Castor-LKW hatte technische Probleme und alles kam zum Stillstand. Der technische Defekt wurde von der Polizei so auch den Aktiven auf den Mahnwachen in Duisburg und Ahaus mitgeteilt. Auch 100 Minuten später ist immer noch unklar, ob der Castor heute Nacht noch fährt. Schon im Mai war ein Castor wegen nicht aufgeladener Batterie 90 Minuten später gestartet. Heute scheint das Problem größer zu sein …
Update: Castor Nr. 9 von 152 ist ca. 21:45 in Jülich gestartet, Proteste an verschiedenen Orten, Verlauf und Fotos im Castor-Ticker. Morgen gehen die Proteste weiter, in Ahaus, Jülich, Duisburg…
- Castor-Transporte Nr. 9 und 10 am Dienstag und Mittwoch erwartet
- Atomkraftgegner:innen flexibel mit Protesten an verschiedenen Orten: Gescher, Ahaus, Duisburg, Jülich
- Brücken müssen überwacht werden – auch ohne Proteste
Da die 152 Castor-Behälter offenbar nur als Einzeltransporte von Jülich nach Ahaus gebracht werden können, kann bei der Polizei offenbar keine Rücksicht auf die Ferien genommen werden. Für den heutigen Dienstag und morgigen Mittwoch starten nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen die Castoren Nr. 9 & Nr. 10, in der Woche darauf dann Nr. 11 & Nr. 12. Wir werden mit flexiblen Protesten an verschiedenen Orten weiterhin auf den gefährlichen Irrsinn der Castor-Transporte aufmerksam machen: Brücken, die nur in Schrittgeschwindigkeit passiert werden können, 152 Einzeltransporte und Lagerung des Atommülls auf Jahrzehnte in Ahaus in einer der ältesten Lagerhallen, deren Sicherheitsstandard weit hinter später errichteten Hallen zurückbleibt – das ist Atommüllpolitik ohne Perspektive!
Diese Woche wird es an beiden Tagen abends ab 20 Uhr in Jülich jeweils am Forschungszentrum und am „Königshäuschen“ nahe der Autobahnauffahrt Mahnwachen geben. Nahe Ahaus ist am Dienstag eine Protest-Aktion auf einer Autobahnbrücke geplant, am Mittwoch dann in Duisburg. Unterstützung unterhalten die Anti-Atomkraft-Initiativen von der Bundestagsabgeordneten Mareike Hermeier, in deren Ahauser Büro Mittwoch abend um 20 Uhr die Linke NRW zu einer Info-Veranstaltung einlädt und ab 22 Uhr bei Teppich Janning eine Mahnwache organisiert.
Lückenhafter Polizeischutz – aber kleinkarierter Umgang mit Protest-Symbolen
Beim 7. und 8. Castor-Transport von Jülich nach Ahaus waren vergangene Woche offenbar wieder nicht alle Brücken durch die Polizei gesichert. Atomkraft-GegnerInnen gelangten auf Brücken und machten so deutlich, wie leicht Sabotage und Anschläge möglich wären. Gleichzeitig versuchte die Polizei aber, angemeldete Protest-Mahnwachen auf Brücken zu verhindern und stellte diese als besonders gefährlich dar. Wird der Schutz des Castors durch die Polizei also nur gewährleistet, wenn auch etwaige Sabotage-Akte vorher angemeldet werden? Bei jeder Mahnwache wird kleinkariert etwas beanstandet, erst waren es die Tennisbälle, die die Brennelementekugeln symbolisieren, dann als Atommüllbehälter angemalte Konservendosen. Jüngst wurden auch Presse-Ausweise durch die Polizei abfotografiert. Die Gesamtproblematik der jahrelangen Transportserie mit Gefahren durch Drohnen und Sabotage sind offenbar egal!
Für den 9. Castor am Dienstag ist um 20 Uhr eine Kundgebung an der Brücke der L571 über die A31 angemeldet, danach gibt es noch eine Fahrrad-Demo über zwei Autobahnbrücken. Wir rufen dazu auf, dort mit uns angesichts der Sicherheitsprobleme den Abbruch dieser riesigen Atommüllverschiebung zu fordern.
