Castor 13 und 14 trotz Drohnenanschlag – Fahrrad-Demo, Mahnwachen & absurde Ingewahrsamnahme

Update 21.8.: Heute Nacht wurde beim 14. Castor in Ahaus eine Aktivistin kurzzeitig in Gewahrsam genommen und mit Handschellen auf dem Rücken in ein Polizeiauto verfrachtet – weil sie auf dem Bürgersteig saß, wo normalerweise immer die Versammlung an der Castor-Kreuzung bei Teppich Janning stattfinden. Wir protestieren scharf gegen diese völlig überdrehte Polizeirepression gegen absolut friedliche Demonstrant:innen und verlangen eine Entschuldigung seitens der Kreispolizei Borken sowie der Polizeipräsidentin in Münster!!

Update 20.8.: Gestern Abend fuhr trotz Drohnengefahr und ohne jede Hubschrauberbegleitung der 13. Castor von Jülich und Ahaus. Wir halten diesen sorglosen Umgang mit der Sicherheit rund um den hochradioaktiven Atommüll für einen Skandal! Unterwegs gab es dann laut Polizei auch noch einen Verkehrsunfall auf der Castor-Strecke – Details sind nicht bekannt. In Jülich gab es wieder ein Mahnwache und in Ahaus radelten rund 40 Aktivist:innen zum Zwischenlager, wo es dann doch noch anfing zu regnen. Aber die Präsenz war sehr wichtig, um den Protest weiter öffentlich zu halten. Nachts gab es zudem eine spontane Mahnwache. Und heute soll schon Konvoi Nr. 14 starten – wahrscheinlich wieder gegen 22 Uhr. Um 20 Uhr deshalb Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich und abends auch in Ahaus bei Teppich Janning an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Str./Schumacher-Ring/Schöppinger Str.

PM 18.8.: Mit großer Empörung und neuen Protesten reagieren Anti-Atomkraft-Initiativen in Jülich und im Münsterland auf die Vorbereitungen für zwei neue Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus in dieser Woche. Obwohl es vor zwei Wochen zu einem glücklicherweise misslungenen Drohnenanschlag auf den Leipziger Flughafen kam, will die NRW-Landesregierung mit minimalem Sicherheitsaufwand erneut hochradioaktiven Atommüll weithin sichtbar und gut planbar über die maroden Autobahnen vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus schicken. Zudem sind viele Rettungskräfte in NRW durch den Dauereinsatz gegen die verheerenden Waldbrände in der Eifel und dem Hohen Venn am Limit.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen fordern deshalb von der NRW-Landesregierung das Aussetzen der gefährlichen Castor-Transporte, um erst einmal in Ruhe die neue Gefahrenlage durch den Drohnen-Anschlag von Leipzig auszuwerten. Für den morgigen Mittwoch rufen die Initiativen um 18.30 Uhr zu einer Raddemo vom Bahnhof Ahaus durch die Innenstadt zum Zwischenlager Ahaus auf. In Jülich startet morgen und am Donnerstag um 20 Uhr eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum.

Die Sicherheitslage ist nach dem Drohnenanschlag von Leipzig eine andere – aus einer bislang abstrakten Gefahr ist eine konkrete Gefahr geworden. Das ist ein neues Level. Und das Risiko durch die Castor-Transporte wird noch dadurch erhöht, dass die NRW-Landesregierung den polizeilichen Begleitschutz in den letzten Wochen enorm heruntergefahren hat. Die Drohnen-Abwehr ist ohnehin ungenügend und viele Polizeihubschrauber waren in der Eifel im Dauer-Löscheinsatz. In dieser Situation gleich in zwei Nächten hintereinander mutwillig eine neue Groß-Gefahrenquelle zu schaffen, ist absolut verantwortungslos. Wir fordern den sofortigen Abbruch der Transportvorbereitungen und eine Aussetzung der Castor-Transporte!

Die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung setzen vollkommen falsche Prioritäten. Südlich von Jülich haben die Waldbrände die sich zuspitzende Klimakrise für uns alle erneut deutlich vor Augen geführt. Doch anstatt sich um effektiven Klimaschutz zu kümmern, verschwenden Land und Bund kostbare und begrenzte Ressourcen für eine völlig unsinnige Verlagerung von hochradioaktivem Atommüll von einem alten Zwischenlager in ein anderes altes Zwischenlager. Wann kommt die Klimakrise endlich in Düsseldorf und Berlin an und ändert dort die politischen Prioritäten?