Neue Castor-Transporte trotz Drohnenanschlag? – Mittwoch Fahrrad-Demo & Mahnwache

Update: In dieser Woche sind wieder Atommüll-Fahrten von Jülich nach Ahaus zu erwarten. Wahrscheinlich wird am Mittwoch der 13. und am Donnerstag der 14. von 152 Castortransporten stattfinden. Abfahrt des Konvois ist meist gegen 22.00 Uhr. Am heutigen Dienstag gab es keine weiteren Hinweise auf einen heutigen Transport.

Mit großer Empörung und neuen Protesten reagieren Anti-Atomkraft-Initiativen in Jülich und im Münsterland auf die Vorbereitungen für zwei neue Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus in dieser Woche. Obwohl es vor zwei Wochen zu einem glücklicherweise misslungenen Drohnenanschlag auf den Leipziger Flughafen kam, will die NRW-Landesregierung mit minimalem Sicherheitsaufwand erneut hochradioaktiven Atommüll weithin sichtbar und gut planbar über die maroden Autobahnen vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus schicken. Zudem sind viele Rettungskräfte in NRW durch den Dauereinsatz gegen die verheerenden Waldbrände in der Eifel und dem Hohen Venn am Limit.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen fordern deshalb von der NRW-Landesregierung das Aussetzen der gefährlichen Castor-Transporte, um erst einmal in Ruhe die neue Gefahrenlage durch den Drohnen-Anschlag von Leipzig auszuwerten. Für den morgigen Mittwoch rufen die Initiativen um 18.30 Uhr zu einer Raddemo vom Bahnhof Ahaus durch die Innenstadt zum Zwischenlager Ahaus auf. In Jülich startet morgen und am Donnerstag um 20 Uhr eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum.

Die Sicherheitslage ist nach dem Drohnenanschlag von Leipzig eine andere – aus einer bislang abstrakten Gefahr ist eine konkrete Gefahr geworden. Das ist ein neues Level. Und das Risiko durch die Castor-Transporte wird noch dadurch erhöht, dass die NRW-Landesregierung den polizeilichen Begleitschutz in den letzten Wochen enorm heruntergefahren hat. Die Drohnen-Abwehr ist ohnehin ungenügend und viele Polizeihubschrauber waren in der Eifel im Dauer-Löscheinsatz. In dieser Situation gleich in zwei Nächten hintereinander mutwillig eine neue Groß-Gefahrenquelle zu schaffen, ist absolut verantwortungslos. Wir fordern den sofortigen Abbruch der Transportvorbereitungen und eine Aussetzung der Castor-Transporte!

Die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung setzen vollkommen falsche Prioritäten. Südlich von Jülich haben die Waldbrände die sich zuspitzende Klimakrise für uns alle erneut deutlich vor Augen geführt. Doch anstatt sich um effektiven Klimaschutz zu kümmern, verschwenden Land und Bund kostbare und begrenzte Ressourcen für eine völlig unsinnige Verlagerung von hochradioaktivem Atommüll von einem alten Zwischenlager in ein anderes altes Zwischenlager. Wann kommt die Klimakrise endlich in Düsseldorf und Berlin an und ändert dort die politischen Prioritäten?