Wir kritisieren die aktuelle Inbetriebnahme eines Atommüll-Lagers für abgereichertes Uranoxid auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage in Gronau (und neben dem Freilager für abgereichertes Uranhexafluorid): Jetzt kommen zusätzlich zu den Castor-Atommüll-Transporten von Jülich nach Ahaus gefährliche Uran-Atommülltransporte mit LKW oder Sonderzügen von Frankreich nach Gronau. Von der zuständigen NRW-Atomaufsicht in Düsseldorf, für die die Grüne Wirtschaftsministerin Mona Neubaur verantwortlich ist, hört man dazu bislan nichts. Unser Ziel ist die Stilllegung der Urananreicherungsanlage: Es darf kein weiterer Atommüll produziert werden.
Der internationale Urenco-Konzern, der die Urananreicherungsanlage in Gronau betreibt, gab in dieser Woche bekannt, dass er das Hallenlager für abgereichertes Uranoxid auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage in Gronau in Betrieb genommen hat. Unklar bleibt in der Information, ob bereits Uranoxid eingelagert wurde. Das abgereicherte Uran dürfte keine weitere Vewendung finden, ist die erneute Umwandlung in Uranhexafluorid und eine weitere Anreicherung doch zu teuer. Urenco weigert sich dennoch, dieses Material als Atommüll zu deklarieren und sich an der Endlager-Lösung zu beteiligen.
Der Bau des Lagers wurde bereits vor über 20 Jahren (2005), zeitgleich mit einer Kapazitätserweiterung der Urananreicherungsanlage, von der damaligen rot-grünen Landesregierung genehmigt. Offenbar hat jetzt die NRW-Atomaufsicht die Inbetriebnahme genehmigt, ohne darüber die Öffentlichkeit zu informieren.
„Neue“ Uranmüllhalle ist ein alter Kasten
Die Pläne zum Bau der Halle stammen aus dem letzten Jahrhundert, also aus einer Zeit vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine und aus einer Zeit, in der Drohnenangriffe kein Thema waren. Streng genommen muss das Genehmigungsverfahren zum Bau und Betrieb der Uranmüll-Lagerhalle vor dem Hintergrund der weltpolitischen Lage und der insgesamt ungelösten Atommüll-Entsorgung wiederholt werden.
In der Vergangenheit ist von der Gronauer Urananreicherungsanlage Uranmüll in Form von abgereichertem Uranhexafluorid in großen Mengen nach Frankreich transportiert worden. Dort wurde das Material in ebenfalls radioaktives Uranoxid umgewandelt. Von diesem Material sollen letztlich rund 60.000 Tonnen in der Gronauer Atommüll-Halle eingelagert werden – das ist ungefähr die Menge aus 10 Betriebsjahren in Gronau. Wieviel Uranhexafluorid bisher in Frankreich zu Uranoxid umgewandelt wurde, ist nicht bekannt; auch nicht bekannt ist, in welchen Mengen und mit welchem Transportmittel der Uranmüll in Form von Uranoxid von Frankreich nach Gronau zurück transpotiert werden soll.
Proteste
Wir lehnen diese gefährliche Atommüllverschieberei ab. Grundsätzlich fordern wir die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage, damit in ihr nicht ständig neuer Uranmüll produziert wird. Auch deswegen rufen wir zur Demo am 17.10. in Ahaus (11 Uhr Rathaus Ahaus, vorher Biker-Korso und Fahrrad-Demo, Zeiten siehe Link) auf. Und am 1. November findet an der Gronauer Urananreicherungsanlage um 14 Uhr ein Jubiläums-Sonntagsspaziergang statt: Seit genau 40 Jahren (seit Anfang November 1986), haben kontinuierlich an jedem ersten Sonntag im Monat Sonntagsspaziergänge an der Urananreicherungsanlage stattgefunden.
