Mahnwachen gegen unausgereifte Castor-Verschiebung
Am heutigen Dienstag und Mittwoch werden AtomkraftgegnerInnen wieder in Jülich und Ahaus demonstrieren, wenn Castor Nr. 23 und 24 zur Verschiebung nach Ahaus aufbrechen. In Jülich startet die Mahnwache je ab 20:30 Uhr vor dem Forschungszentrum, in Ahaus jeweils um 22 Uhr nahe der Castor-Transportstrecke Schorlemer-Staße. Höhe Teppich Janning.
Mona Neubaur gab im Juli an, es existiere kein verbindlicher Zeitplan, nun heißt es im Landtags-Ausschuss der Zeitplan bis 2027 kann nicht eingehalten werden und man setzt auf die Verlängerung bis 2028. Für eine Räumung bis August 2028 müssten nun 6 Castoren pro Monat nach Ahaus gebracht werden – ohne Weihnachtspause oder andere große Polizeieinsätze. Das halten wir für unrealistisch und angesichts der fehlenden Perspektive in Ahaus für unsinnig. Wir fordern moderne, möglichst sichere Zwischenlager, dort wo der Atommüll lagert!
Vom Atomausstieg keine Spur – Alarmierende Entwicklungen in Niedersachsen und NRW
Der Atomausstieg wurde in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen noch nicht umfassend vollzogen, aktuell wirkt es für die Anti-Atomkraft-Initiativen eher wie das Gegenteil: In Gronau wird eine Lagerhalle für Uranmüll in Betrieb genommen, neue Gebäude geplant und dem Atomprogramm des britischen Militärs zugearbeitet. In Lingen werden vermutlich bereits diese Woche russische TVEL-Mitarbeiter, die der Kreml-Behörde Rosatom unterstehen, ihre Tätigkeit aufnehmen. Der BUND Niedersachsen legt nun Widerspruch gegen den Sofortvollzug ein. Und nahe der deutsch-niederländischen Grenze, vermutlich bei Eemshaven, soll ein neues Atomkraftwerk gebaut werden. Gleichzeitig geht die größte Atommüllverschiebung aller Zeiten von Jülich nach Ahaus weiter – ohne eine langfristige Perspektive.
Deswegen rufen wir mit über 20 Anti-Atom-Initiativen und Parteiverbände für Samstag, den 17. Oktober zu einer überregionalen Demonstration in Ahaus auf: Es brennt an allen Ecken und Enden der Atompolitik! Wir brauchen einen konsequenten Atomausstieg, Atommüllpolitik mit Perspektive und eine Energiewende, die den Namen verdient!
Für Samstag ist in Ahaus ein vielfältiges Demo-Programm geplant: Eine Fahrrad-Demo startet um 10:30 Uhr am Bahnhof, ein Motorrad-Korso um 10:30 Uhr am Parkplatz am Stadtpark. Beide Gruppen fahren dann auf verschiedenen Routen zum Rathaus. Um 11 Uhr gibt es eine Auftakt-Kundgebung am Rathaus, die auch Treffpunkt für alle ist, die zu Fuß unterwegs sind. Das Duo „CaoTina“ aus Münster sorgt für Live-Musik. Für die Abschluss-Kundgebung zieht die Demo mit Sicherheitsabstand zwischen Fußgängern, Radfahrenden und Motorrad-Fahrenden zur Castor-Strecke Schorlemer-Straße/ Schöppinger Straße. Auch dort gibt es Live-Musik, Redebeiträge, Gegrilltes, Kuchen und Getränke. Verschiedenste Redner/innen sind eingeladen, unter anderem von der niederländischen Organisation LAKA zum Protest gegen das AKW-Neubau-Projekt in Eemshaven an der deutsch-niederländischen Grenze. Das Klima-Bündnis Hamm wird in seiner Rede die Brücke von der Atomkraft und den Gaskraftwerken zur Energiewende schlagen. Aus Lingen gibt es eine Rede über das jüngste juristische Tauziehen um die Genehmigung für die Kooperation mit Rosatom: Wir werden uns weiterhin juristisch und mit Protest dagegen wehren, dass in Lingen mit Putins Staatskonzernen kooperiert und Geld in seine Kriegskasse gespült wird! Angesichts der jüngsten Pläne das Zwischenlager in Lubmin mit Drohnen-Sensoren auszustatten wir uns, warum ist so etwas nicht auch für die Gronauer Uranoxid-Halle, das riesige Freiluftlager oder die alte Ahauser Zwischenlagerhalle vorgesehen?
