Eilmeldung: Kletter-Aktion gegen Castor-Transport

Wir dokumentieren im folgenden eine Pressemitteilung zu einer Kletteraktion gegen die Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus:

<<Diese Nacht: Castor auf A31 bei Dorsten blockiert

Atomkraft-Gegner:innen legen die Castor-Strecke mit Kletteraktion lahm

In der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober 2026 protestierten Aktivistinnen über der A31 gegen den heutigen Atommülltransport. Dabei seilten sie sich gegen 23:30 Uhr von einer Wildtier-Brücke über der Autobahn ab und spannten ein Banner mit der Aufschrift “Stoppt den Scheiß!”. Der auf der Strecke befindliche Castor-Convoi wird verzögert.

Castor und kein Endlager in Sicht

Der heutige Castor-Transport ist der 23. der 152 aktuell geplanten Transporte, die seit mehren Monaten schon fast wöchentlich zwischen Jülich und Ahaus unterwegs sind. Der Protest der Aktivistinnen richtet sich gegen diese Transporte aber nicht nur! Atommüll ist nur ein Symptom. “Das Endprodukt – der Atom-Müll – der jetzt hier auf den Straßen unterwegs ist, ist nicht das einzige Übel der gesamten Nuklear-Problematik.” erklärt Luca Kruczynski, eine der beteiligten Aktivistinnen. Schon der Abbau des Urans im Ländern des globalen Südens ist konfliktreich. Doch das Problem durchzieht die gesamte Produktionskette. Vor allem, weil eine militärische Verwendung nie ausgeschlossen werden kann.

Nukleares Aufrüsten nimmt weiter zu

Nicht nur in anderen Ländern sondern auch in Deutschland erleben wir trotz des versprochenen Atomkraft-Ausstieges eine Zunahme an nuklearer Industrie. “In Gronau wird eine Lagerhalle für Uranmüll in Betrieb genommen, neue Gebäude geplant und dem Atomprogramm des britischen Militärs zugearbeitet. In Lingen werden vermutlich bereits diese Woche russische TVEL-Mitarbeiter, die der Kreml-Behörde Rosatom unterstehen, ihre Tätigkeit aufnehmen,” erklären die lokalen Anti-Atom-Initiativen auf der Webseite: https://WestCastor.org/

Protest, der wirkt

Diesem irrsinnigen nuklearen Aufrüsten stellen sich seit Jahrzehnten und auch heute noch Menschen in den Weg. Die Anti-Atomkraft-Bewegung ist weiterhin an den Thema dran, wie der Widerstand der letzten Jahre in Lingen und Gronau und vor allem jetzt in den letzten Monaten an der West-Castor-Strecke zeigt. Die heutige Kletter-Aktion reiht sich ein in ein kreatives und vielfältiges Protest-Geschehen. Mit der Stilllegung des letzten AKWs im Frühjahr 2023 scheint sich das Thema für die Aktiven leider nicht erledigt zu haben.

Unter dem Motto “Es brennt an allen Ecken und Enden der Atompolitik” findet am 17. Oktober 2026 die nächste überregionale Demonstration in Ahaus statt. “Solange es diesen nuklearen Wahnsinn gibt, wird mit Widerstand zu rechnen sein,” meint Kruczynski abschließend.>>