Jubiläums-Protest-Aktion vor Urenco am 01.11.2026: 40 Jahre Sonntagsspaziergänge / 50 Jahre Protest gegen Urananreicherungsanlage

Seit 50 Jahren wird in Gronau Widerstand gegen die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage (UAA) des Urenco-Konzerns geleistet. Gegen die Pläne zum Bau der Anlage wurde vor 50 Jahren im Oktober 1976 in Gronau die erste Bürgerinitiative gegen den damals geplanten Bau der Anlage gegründet. Aus der Bürgerinitiative entwickelte sich 1981 der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, der heute – 45 Jahre später – immer noch aktiv ist.

Der Protest gegen die UAA Gronau ist in den 50 Jahren nie abgerissen. Und seit genau 40 Jahren (Herbst 1986) treffen sich an jedem ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr Mitglieder mehrerer Anti-Atomkraft- und Friedensinitiativen zum Sonntagsspaziergang bei der Hauptzufahrt der Gronauer Urananreicherungsanlage (Röntgenstraße 4). Zum Doppel-Jubiläum – 40 Jahre ununterbrochene, monatliche Sonntagsspaziergänge und 50 Jahre Protest gegen die Anlage – findet am Sonntag (1. November) ergänzend von 14.30 bis 15 Uhr eine Menschenkette vor der Zufahrt der Urananreicherungsanlage (Röntgenstraße 4, Gronau) statt.

1982 war Baubeginn der UAA und die Anlage wurde mehrfach erweitert. 2010 ereignete sich in der Anlage der bisher schwerste Störfall, bei dem ein Arbeiter mit Uran kontaminiert wurde. Trotz beschlossenem Atomausstieg der Bundesregierung produziert die Anlage in Gronau weiterhin ohne Laufzeitbegrenzung angereichertes Uran für den Betrieb von Atomkraftwerken in aller Welt – und Kriegsregionen wie die Vereinigten Arabischen Emirate und die Ukraine. Neuerdings soll Urenco auch für das britische Militärprogramm Uran anreichern.

Mit der Urananreicherung einher geht auch die stetige Atommüllproduktion, insbesondere in Form von abgereichertem Uran. Neben der Anlage wird abgereichertes Uranhexafluorid (Atommüll) in Containern unter dem freien Himmel gelagert. Und jüngst nahm der Betreiberkonzern Urenco ebenfalls neben der UAA in Gronau ein Hallenlager für ca. 60.000 Tonnen Atommüll (abgereichertes Uranoxid) in Betrieb. Geplant wurde das Lager bereits „im letzten Jahrhundert“ und ist so gesehen schon jetzt ein „alter Kasten“. Beide Lager sind nicht gegen Drohnen oder Flugzeugabstürze gesichert. Es drohen zahlreiche Atommülltransporte von Frankreich nach Gronau, da das abgereicherte Uranhexafluorid in Frankreich in Uranoxid umgewandelt werden muss – zusätzlich zu den ständigen Uranhexafluoridtransporten für den Betrieb der Anlage von und nach Gronau.

Schon vor Jahren haben alle Umweltminister/innen der Bundesländer die Stilllegung der UAA Gronau gefordert. Die zuständige NRW-Atomaufsicht, für die NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) zuständig ist, muss endlich die Stilllegung der Uranfabrik vorantreiben und den Atommülltourismus von und nach Gronau unterbinden. Deswegen rufen wir auch weiterhin zum Protest und konkret am Sonntag zur Teilnahme an der Menschenkette auf!

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