Morgen Castor-Transport & Protest Tag X1: „Sicherheitskonzept bereits vorab gescheitert – Reul muss Castor absagen“

UPDATE 21:30 Uhr: Bislang keine weiteren Hinweise für einen (Probe-)-Transport heute. Dafür weitere Hinweise, dass der Castor-Transport am Dienstag Abend startet!

Für den morgigen Dienstagabend rechnen wir mit dem ersten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus. Entsprechende Hinweise haben wir aus verschiedenen Quellen erhalten. Wir rufen deshalb für Dienstag um 18 Uhr in Ahaus zu einer Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus mit anschließender Kundgebung auf. In Jülich gibt es vor dem Forschungszentrum an der Wilhelm-Johnen-Straße ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache bis zur Castor-Abfahrt. Ab 20 Uhr startet dann eine Dauer-Mahnwache vor dem Zwischenlager Ahaus, bis der Castor-Transport angekommen ist. Ebenfalls gab es Hinweise, dass die Polizei am Montag mit einem Leertransport nochmal üben wolle. Wenn sich Hinweise für einen Transport am heutigen Montag konkretisieren, werden wir spontan reagieren.

Setzt morgen mit uns gemeinsam ein Zeichen: Für die Dunkelheit hat die BI in Ahaus gelbe X aus Knicklichtern vorbereitet. Für Protest ist es nie zu spät, Atompolitik muss endlich lernen, langfristig und nicht nur formal-juristisch zu denken!

Alle drei Protest-Aktionen sind bei der Polizei angemeldet und fallen unter das Versammlungsrecht, so dass der Zugang jederzeit möglich sein muss. Laut Auflagenbescheid der Polizei müssen dafür aber vermutlich Umwege in Kauf genommen werden und auch mit den zugewiesenen Versammlungsorten vor dem Zwischenlager sind die Anmeldenen nicht zufrieden, weshalb sie eine Klärung durch das Verwaltungsgericht Münster anstrengen. Wir erinnern uns: Beim Castor 2005 durfte die Kundgebung auf der halben Fahrbahn stattfinden, nicht nur an der Bushaltestelle. Und wir wollen eine symbolische Sitzblockade eine Stunde vor Ankunft des Transportes vor dem Tor bzw. auf der Fahrbahn machen und nicht nur an der Ausfahrt des Zwischenlagers. Der Super-Gau sind Unfälle und Anschläge, nicht Protest-Aktionen, wie die GdP in der Presse behauptet hat!

Sicherheitskonzept ist nur zahnloser Papiertiger – Transporte jetzt stoppen

Das Sicherheitskonzept ist bereits gescheitert, weil das Bundesverkehrsministerium am Donnerstagnachmittag die Transportroute online veröffentlicht hat. Es ist doch blanker Hohn, wenn die Behörden meinen, sie können Gefahren durch Drohnen begegnen, indem sie vorher eine Drohnen-Flugverbot verhängen und damit die Route auch offiziell bekannt machen. Weder Wegwerf-Agenten, noch Terroristen lassen sich so aufhalten. Genau solchen behördlichen Irrsinn meinen wir, wenn wir von rein formal erfüllten Sicherheitskonzepten sprechen. Innenminister Reul muss die Transporte nun absagen!“ Im Internet findet man inzwischen verschiedene Anleitungen für Lenkraketen und Kampfdrohnen zum selber bauen, und die Behörden verhängen eine Flugverbotszone – herzlichen Glückwunsch!

Gleichzeitig zeigt die veröffentlichte Route, dass es so gut wie keine Ausweichstrecken gibt. Diese sind laut Genehmigung jedoch erforderlich. Recherchiert man die Sperrungen für Schwerlast-Transporte bleibt eigentlich nur die A42-Rheinbrücke. Die Alternative über die A1-Rheinbrücke bei Köln-Leverkusen endet an Schwerlast-Beschränkungen im Raum Duisburg/ Oberhausen, auf der A43 bei Herne und macht dann einen Umweg über Münster bis hin zur A30 bei Lotte notwendig, wenn man die weitere Auflage, so viel Autobahn-Strecke wie möglich, einhalten will. Ebenso ist die Anordnung, dass die JEN auf ihrer Homepage keine Fotos der Transport-LKW mehr zeigen darf, sinnlos, da diese inzwischen zahlreich im Internet kursieren und auch von der JEN bei der Dialog-Veranstaltung gezeigt wurden.

Die Politik hat seit 17 Jahren auf allen Ebenen versagt. Sie hätte das Ruder noch mehrfach herumreißen können, nachdem die Entscheidung über den Abtransport der Jülicher Atomkugeln getroffen wurde. Nun erwartet uns die größte Castor-Lawine in der Geschichte der Bundesrepublik – das macht uns wütend und dazu werden wir nicht schweigen!