„Politisches Signal an Bundes- und Landesregierung“
Auch Stilllegung von Atomanlagen in Gronau und Lingen gefordert
Mit einem wegweisenden und weitreichenden Beschluss hat sich gestern Abend der Rat der Stadt Münster mit den Stimmen von Grünen, SPD, Volt, Linken, ÖDP und Die Partei gegen neue Castor-Transporte von Jülich und Garching nach Ahaus sowie gegen weitere Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage Gronau ausgesproche
n, die regelmäßig Münsteraner Stadtgebiet passieren. In der mit breiter Mehrheit verabschiedeten Resolution wird auch die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen sowie des Forschungsreaktors Garching bei München gefordert, um die Produktion von neuem Atommüll zu vermeiden. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, diese politische Positionierung den zuständigen Behörden und Unternehmen mitzuteilen. Die Resolution geht auf eine „Bürgeranregung“ der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster zurück.
Wir freuen uns sehr, dass der Münsteraner Stadtrat mit breiter Mehrheit Stellung gegen die gefährlichen Castor- und Urantransporte bezogen hat. Auch drei Jahre nach Abschaltung des letzten deutschen Atomkraftwerks gibt es im Münsterland und im benachbarten Emsland noch immer Atomfabriken, die beständig neuen Atommüll produzieren. Münster und das Münsterland sind durch regelmäßige Atomtransporte davon stark betroffen. Eine sichere Endlagermöglichkeit gibt es nicht. Deshalb ist auch die Ablehnung der Castor-Transporte ins Zwischenlager Ahaus nur konsequent.
Die Ratsentscheidung zeigt, dass die ungelöste Atommüll-Problematik nicht nur eine Frage für die Städte mit einem Zwischenlager ist. Die ungeklärte Atommüll-Frage betrifft durch die Atommülltransporte ganz viele Städte. Wir setzen darauf, dass sich auch andere Kommunen nun ähnlich positionieren. Ohne eine Klärung der Endlagerfrage machen Atommülltransporte von A nach B keinen Sinn.
Der wegweisende Beschluss in Münster zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten parteiübergreifende Zusammenarbeit möglich ist. Es ist nun an der Bundes- und Landesregierung, endlich den Stecker zu ziehen und die 152 Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus sowie die ebenfalls geplanten Atommülltransporte von Garching nach Ahaus abzusagen. Auch die längst überfällige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau und der Brennelementefabrik Lingen sowie des Forschungsreaktors in Garching gehört endlich wieder auf die politische Agenda.
Am Samstag, 7. März, findet im Vorfeld des 15. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Ahaus eine neue Anti-Atom-Demo statt, zu der bereits mehr als 25 Organisationen aufrufen. Auftakt wird um 11.30 Uhr vor dem Rathaus in Ahaus sein.
